MSC Heiligenhaus

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Gleichmäßigkeitsprüfung 2010

Wettschulden sind Ehrenschulden

Ich wusste schon gar nicht mehr um was wir gewettet hatten, als Christian Haas mit dem
GLP - Kalender ankam und mich fragte, wann ich meine Wettschuld denn einlösen  und mit ihm eine Gleichmäßigkeitsprüfung auf der Nordschleife im Vereinsauto fahren würde. Geschockt, dass er es nicht vergessen hatte, sagte ich den 10. Juli zu. Dies war im Februar un
d ich kann nur sagen, der Termin kam schnell und damit auch  ein paar schlaflose Nächte.

 Die Nahrungsaufnahme wurde 1 ½ Tage vorher aus Sicherheitsgründen eingestellt (diese Blöße wollte ich mir unter gar keinen Umständen geben) und so kam der Samstagmorgen. Den Wecker für 5.15 Uhr hätte ich mir sparen können, um 3 Uhr war ich hellwach.

 

Mit dem Vereinswagen, den wir am Abend vorher aufgeladen hatten, ging es in Richtung Eifel, wo wir uns als erstes um die Formalitäten kümmerten (DMSB - Lizenz für mich, Transponder abholen und Tankgutscheine kaufen). Und dann hieß es warten auf die Fahrerbesprechung, nach der es auch gleich ins Auto und zum Start ging. Nach 20 Minuten warten ging es auf die Strecke zur Einführungsrunde.

Und dann kam für mich die große Überraschung: Ich hatte mir vollkommen umsonst Sorgen gemacht. Christian fuhr zwar nicht gerade langsam (wie versprochen!!!), aber ich fühlte mich Sicher und konnte die 12 Runden genießen, dem Fanblock am Brünnchen den „Daumen hoch“ zeigen und mich auf die beiden Stoppuhren konzentrieren.

Am Ende sprang für uns der  88. Platz von 126 Startern heraus, womit wir mehr als zufrieden waren.

Es war eine sehr interessante Erfahrung, die ganze Sache mal aus Sicht eines Teilnehmers zu sehen und nicht nur als Streckenposten und es wird mit Sicherheit nicht die letzte Fahrt auf der Nordschleife für mich gewesen sein. Danke Christian!!!

Heike Kramer

MSC Heiligenhaus e.V.

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 7

"Reifen und Tankdeckel kosten Sieg"

Nürburgring/Würzburg: Beim 6h-Rennen, dem Saisonhöhepunkt der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN), lag das Team Derscheid rundenlang in Sichtweite des ersten Platzes der Klasse V2. Am Ende musste sich das Team mit Rang zwei zufrieden geben, denn der Sieg scheiterte an Kleinigkeiten.

Dass es ein hartes Rennen über sechs Stunden werden würde, war allen Mitgliedern des Team Derscheid schon vorm Start bewusst. Insbesondere die Teamkollegen vom 24h-Rennen würden es dem siegverwöhnten Team Derscheid mehr als schwer machen, an den großen Pokal heranzukommen. Das zeigte sich schon im Training, auch wenn die Startposition bei einem Langstreckenrennen mehr mit Prestige als mit Siegchancen zu tun hat. Teamchef Rolf Derscheid startete als erster ins Zeittraining und konnte schon in seiner zweiten Runde die Bestzeit im Team setzen. Die Rundenzeit von 10:23 Minuten war alles andere als schlecht, dennoch für einen Startplatz in der ersten Reihe der Klasse V2 nicht ausreichend. Auch Michael Flehmer (Heiligenhaus) konnte in seinen drei Trainingsrunden die Zeit nicht unterbieten und so blieb es beim dritten Rang, mit dem das Team nicht wirklich unzufrieden war.

 

Einmal zu wenig gewechselt
Mit den Gedanken, dass ein 6h-Rennen sehr lang ist und nicht in der ersten Runde entschieden wird, ging Startfahrer Flehmer zuerst ins Rennen. Im Gewühl der ersten Runden konnte er sich am Stoßfänger des Zweitplatzierten zunächst festbeißen und diesen mächtig unter Druck setzen. Als sich das Feld auseinander zog und die ersten Überrundungen für die V2-Fahrer anstanden, konnte Flehmer aber die Konkurrenz nicht mehr halten. Immer wieder wurde seine Fahrt durch kleinere, zur Überrundung anstehenden Gruppen eingebremst und ohne gefährliche Überholmanöver riss die Schlagdistanz zum Vordermann ab. In Runde 12 musste Flehmer die Box ansteuern, um den Wagen an seinen Teamchef und Fahrerkollegen Rolf Derscheid zu übergeben. Die Mechaniker tankten den Wagen, kontrollierten die Flüssigkeitsstände und reinigten die Scheiben. Auf einen Reifenwechsel verzichtete das Team, da man aus der Erfahrung immer mit einem Satz Vorderreifen einen 2. Stint fahren konnte.

Mit alten Reifen konnte Rolf Derscheid die Rundenzeiten der Konkurrenz zunächst halten, musste aber schon bald den Kontakt abreißen lassen. Grund: Die Reifen bauten zur Mitte seines Stints dramatisch ab und die Rundenzeiten stiegen ebenso dramatisch an. Zehn Runden lang übte sich der routinierte Rennfahrer Derscheid in Schadensbegrenzung und fuhr mit dem Messer zwischen den Zähnen auf dessen Schneide. In Runde 23 stand der BMW erneut und planmäßig vor der Box, jetzt wurde nicht nur getankt, sondern auch die Räder gewechselt und Michael Flehmer griff erneut ins Renngeschehen ein. Sieben Runden griff Flehmer massiv an, ohne jedoch den Führenden in Bedrängnis bringen zu können. Während der Konkurrent freie Fahrt hatte, musste sich Flehmer erneut durch das Feld wühlen, um wenigstens die Chance auf Platz eins zu wahren. Nach Runde 30 signalisierte die Tankuhr, dass der Sprit aufgebraucht war – ein weiterer Boxenstopp stand an, bei dem nur für vier weitere Runden getankt wurde. Grund für den hohen Spritverbrauch war ein nicht richtig geschlossener Tankdeckel. So verlor der Wagen exakt soviel Sprit, wie zum Beenden des Rennens ohne weiteren Stopp nötig gewesen wäre.

Nach sechs Stunden Renndistanz lag das Team auf dem zweiten Platz der Klasse V2 und dem 82. Gesamtrang von fast 200 gestarteten Autos.

Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 25. September 2010 statt. Die Renndistanz beträgt vier Stunden.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren


Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Schon im Training zeigte sich, dass die Konkurrenz richtig gut drauf ist. Der Trainingsplatz war ok. Michael hat einen guten ersten Stint hingelegt. Er ist erfahren genug um zu wissen, dass ein Rennen nicht mit einer schnellen Runde gewonnen wird. Es war richtig, nicht mit der Brechstange durch das Feld zu fahren. Dass wir aufgrund der falschen Reifenwahl den Anschluss verloren haben, geht klar auf meine Kappe. Der zweite Fehler, den Tankdeckel nicht richtig zu verschließen ist ein Mechanikerfehler. Aber zu diesem Zeitpunkt waren wir schon zu weit vom ersten Platz entfernt. Fehler und Stopp waren zwar ärgerlich, haben uns aber im nicht wirklich geschadet.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Das Training war durchaus in Ordnung, aber im Rennen hatte ich plötzlich zu viel Grip auf der Vorderachse. Dadurch kam der Wagen ständig quer. Ich konnte nicht zuletzt auch durch die vielen Überholmanöver das Tempo der Spitze nicht halten, ohne einen gefährlichen Fahrstil an den Tag zu legen. Ich habe dann bewusst abreißen lassen. Die Geschichte mit dem Tankdeckel ist echt dumm gelaufen, aber nicht weiter dramatisch. Der Anschluss war weg und ich hätte ohnehin nicht mehr aufschließen können. Da in der Klasse V2 dieses Jahr so wenige Starter sind, ist die Saison für uns gelaufen – wir können jetzt nur noch Boden gut machen, aber ohne Aussicht auf den Titel oder auf die Vizemeisterschaft.“

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 5

"Ungefährdeter Klassensieg"

Nürburgring/Würzburg: Nach dem Unfall im 4. Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) musste das Team Derscheid auf das Ersatzauto zurückgreifen, um beim Rennen am vergangenen Wochenende an den Start gehen zu können. Zuvor waren einige Umbaumaßnahmen fällig, um den Wagen konkurrenzfähig zu machen. Dass die Arbeit Früchte trug, bewies der ungefährdete Start-Ziel-Sieg in der Klasse V2.

Mit neuen Reifen ging Michael Flehmer (Heiligenhaus) in das um 30 Minuten nach vorne verlegte Training. Grund für die Verschiebung war das für den Nachmittag angesetzte Fußballländerspiel der deutschen Nationalmannschaft im Rahmen der WM. Nach 10:29 Minuten überquerte er die Ziellinie und stellte damit den BMW 318is auf den zweiten Rang der Klasse V2. Flehmer drehte eine weitere Runde, kam jedoch nicht mehr an die zuerst gefahrene Zeit heran. Auch Teamchef Rolf Derscheid drehte zwei Runden, ohne die Zeit des Pole-Setters oder die vom Teamkollegen Flehmer knacken zu können. Schuld an den verhältnismäßig langsamen Rundenzeiten waren die hohen Temperaturen und der damit drastisch gesunkene Sauerstoffanteil in der Luft. Derscheid musste alle Passagen in einem kleineren Gang als üblich fahren, was auch auf die Strategie fürs folgende Rennen Auswirkungen hatte: Denn um in der Hitze schnelle Runden zu fahren, musste der Motor höher gedreht werden, was einen deutlich höheren Spritverbrauch zur Folge hatte.

 

Weniger Drehzahl, längere Fahrt

Obwohl die Derscheid-Zeit nicht zur Pole-Position reichte, stand der BMW mit dem KW 3fach Fahrwerk auf Rang eins der Klasse. Technische Probleme hinderten den Klassenbesten, rechtzeitig seine Startposition einzunehmen, so dass er aus der Boxengasse dem Feld hinterher fahren musste. Flehmer durchfuhr das Nadelöhr „Mercedes-Benz Arena“ zuerst und wusste um die Probleme des Gegners. Dennoch gab er alles, um die „geerbte“ erste Position zu halten, fuhr jedoch mit reduzierter Drehzahl, um einen zusätzlichen Tankstopp zu vermeiden. Der Trainingsschnellste hingegen hatte nichts zu verlieren, fuhr voll auf Angriff und konnte sich sogar am Derscheid-BMW vorbei kämpfen. Während Flehmers Widersacher in Runde zehn erstmalig die Box ansteuern musste, konnte er selbst seine Fahrt fortsetzen und eine Runde länger auf der Strecke bleiben. Dadurch holte sich der Rennfahrer des Team Derscheid den ersten Platz zurück. Den folgenden Stopp erledigte die Derscheid-Truppe mit Bravour, und so konnte Rolf Derscheid als Führender auf die Strecke gehen. Während der Teamchef ruhig seine Runden drehte, musste der ärgste Gegner nach nur sieben gefahrenen Runden erneut an die Box. Damit konnte sich der BMW des Team Derscheid auf Platz eins liegend weiter absetzen und die Siegchancen festigen. Wenige Minuten nach 15:00 Uhr begangen sich an einigen Stellen der über 25 Kilometer langen Rennstrecke Hitzegewitter sintflutartig zu entladen. Zahlreiche der mit Slicks bereiften Rennautos kamen in arge Bedrängnis, etliche Unfälle ereigneten sich und die Rennleitung sah sich gezwungen, das Rennen gut 15 Minuten vor offiziellem Ende abzubrechen. Für das Team Derscheid kam der Abbruch in der Boxeneinfahrt, denn das Team hatte sich entschieden, noch mal einen Sicherheitstankstopp einzulegen. Den zusätzlichen Stopp hat der Abbruch dem Team geschenkt und somit auch sein Scherflein zum Klassensieg beigetragen. Am Ende gewann das Team mit mehr als fünf Minuten Vorsprung auf den zweiten der Klasse.

Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 17. Juli 2010 statt. Die Renndistanz beträgt ebenfalls vier Stunden.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Die Hitze war barbarisch, für alle: für Zuschauer, Boxencrew, Fahrer und Auto. Durch die Hitze hat unser Auto nicht nur mehr verbraucht, sondern auch mehr Reifen verschlissen. Michael Flehmer ist sehr besonnen gefahren und so konnten wir taktieren, um eine Runde länger draußen zu bleiben. Dann hat unser Stopp deutlich besser funktioniert als der des Gegners, was uns ebenfalls in die Karten spielte. Es gab wenig schwere Unfälle, mehr Konzentrations-Crashs und sehr viele technische Ausfälle – nicht zuletzt wegen geplatzter Reifen durch die Hitze. Unser Ersatzauto funktionierte tadellos. Für den Rest der Saison werden wir aller Voraussicht nach auf dem Ersatzauto weiter fahren – was dann kommt, berichten wir rechtzeitig.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Es war irre heiß im Auto, ich bin materialschonend gefahren, um soweit wie möglich zu kommen. Die Strategie ging auf: Ich konnte länger draußen bleiben als die Konkurrenz, was uns letztendlich den Sieg gebracht hat. Danke an das Team Derscheid, das trotz Ersatzauto einen konkurrenzfähigen Renner zur Verfügung gestellt hat.“

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 4

"Aus vorm Anfang"

Nürburgring/Würzburg: Nach dem gemeinsamen Klassensieg mit dem Team Matthes Motorsport beim 24h-Rennen 2010 ging das Team Derscheid hoch motiviert in den 4. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Doch statt siegreicher Zieldurchfahrt erlebte das Team den Super-Gau.

Michael Flehmer (Heiligenhaus) eröffnete mit seinem Start ins Training den 4. Lauf der VLN für das Team Derscheid aus Much. Mit profilierten „Intermedias“ ging Flehmer schon früh auf eine erste Besichtigungsrunde auf den Grand Prix-Kurs und die Nordschleife des Nürburgrings. Auf teilweise richtig feuchter Strecke ließ er es ruhig angehen, wohl wissend, dass das ausstehende vier Stunden-Rennen nicht mit einer schnellen Trainingsrunde gewonnen wird. Das allerdings schienen nicht alle 180 Teilnehmer zu beherzigen.
 

Im schnellen Streckenabschnitt „Flugplatz“ geriet unmittelbar vor Flehmer ein mit profillosen Slicks bereifter Konkurrent auf nasser Piste in arge Schwierigkeiten und verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug. Flehmer bremste hart und versuchte alles, um eine Kollision zu vermeiden. Doch der Konkurrent flog einer Billardkugel gleich zwischen linker und rechter Leitplanke über die Strecke und so passierte, was passieren musste: Der BMW 318is des Team Derscheid wurde hart auf der Fahrerseite getroffen und rutschte seinerseits in die Leitplanke. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal fünf der fast 25 Kilometer langen Runde absolviert. Für Michael Flehmer und das gesamte Team Derscheid war der 4. Lauf zur VLN damit bereits nach wenigen Minuten beendet. Glück im Unglück hatte der Pilot, der durch die stabile Schutzausstattung des BMW keinerlei Blessuren davon trug. Auch der Unfallverursacher blieb ohne Verletzungen – der BMW des Team Derscheid hingegen benötigt jetzt eine deutlich längere Reparaturpause.

Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 03. Juli 2010 statt. Die Renndistanz beträgt ebenfalls vier Stunden.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Unser Auto hat es derb erwischt. Dennoch bin ich über den verhältnismäßig glimpflichen Ausgang froh. Auch wenn das Auto extrem stark beschädigt ist – wichtig ist, dass weder Michael Flehmer noch der andere Fahrer verletzt wurden. Unser Rennauto wird nun in heimischer Werkstatt von unserem Karosseriebauer begutachtet. Erst danach kann ich sagen, was wir unternehmen. Beim nächsten Lauf starten wir auf jeden Fall, wenn erforderlich, mit unserem Ersatzauto. Das sind wir unseren Fans und Sponsoren schuldig.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Ich hatte keinerlei Möglichkeit auszuweichen. Zwar fuhr ich so weit wie möglich nach rechts, jedoch ohne echte Chance, dem Unfall zu entgehen. Der Einschlag des Konkurrenten in die Fahrerseite war schon heftig, die Cardiff Zelle hielt jedoch hervorragend stand. Mir ist nichts passiert und ich werde weiterfahren. Vielleicht sollten manche Kollegen versuchen, ihren Übereifer in den Griff zu bekommen, um sich und andere vor Schäden zu bewahren.“

 

24h-Rennen 2010 Bericht 2

"Matthes und Derscheid holen den Hattrick!"

Nürburgring/Würzburg: Matthes Motorsport und Team Derscheid traten zum zweiten Mal in Folge beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife als ein Team auf. Für alle Mitglieder gab es nur ein Ziel: den dritten Klassensieg in Folge beim härtesten Langstreckenrennen der Welt einzufahren.

Bei drei Trainingssitzungen dominierte vor allem eins: das Wetter. Über Tag erreichten die Temperaturen keinen zweistelligen Bereich, in der Nacht lagen sie knapp über dem Gefrierpunkt. Dazu trieb ein eisiger Wind immer wieder Regenschauer über die Eifel und den Nürburgring. Entsprechend verhalten gingen die Fahrer Michael „Mick“ Jestädt (Fulda), Werner Schlehecker (Rösrath), Rolf Derscheid (Much) und Michael Flehmer (Overath) zu Werke in dem von Matthes Motorsport vorbereiteten und betreuten BMW 318is Coupé. Nach einem freien und zwei gewerteten Trainingsläufen fand sich das Team auf Rang zwei der Klasse V2 und Rang 164 der Gesamtwertung wieder. Der Drang, die Poleposition der Klasse zu erlangen, war besonders bei den Fahrern groß, größer war jedoch das Risiko, aufgrund schlechter Streckenverhältnisse den Rennwagen zu beschädigen. Die Teamchefs Peter Matthes und Rolf Derscheid entschieden sich gegen einen Angriff auf Startposition eins und gaben sich mit Rang zwei zufrieden.

Elektronik sorgt für Kopfzerbrechen

Der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Protagonisten des 38. internationalen ADAC Zurich 24h-Rennens: Am Rennsamstag verzogen sich schon früh die Wolken und die Sonne sorgte für eine trockene Strecke und zufriedene Gesichter bei mehr als 200 Teams und bei über 220.000 Zuschauer. Pünktlich um 15 Uhr startete das größte Langstreckenrennen der Welt. Aufgeteilt in drei Startgruppen, mit je einer Minute Abstand, überquerten mehr als 200 Rennautos die Start-Ziel-Linie. Michael Jestädt pilotierte den BMW 318is während der äußerst spektakulären Startphase. Wohl wissend, dass ein 24-Stunden Rennen lange dauert und die Nordschleife Material mordend ist, hielt sich der erfahrene Pilot zunächst zurück und verfolgte den auf Platz eins liegenden Konkurrenten auf Schritt und Tritt. Doch noch bevor die erste Rennstunde vorüber war, lag der Matthes BMW auf Rang eins der Klasse V2. Jestädt umrundete mit kontinuierlichen Zeiten die Nürburg und konnte den Abstand stetig ausbauen.

 

In der weiteren Folge sollten Flehmer, Schlehecker und Derscheid sich am Volant des BMW abwechseln und ein nahezu problem- und fehlerfreies Rennen fahren. Aber nur nahezu: In der Dämmerung stellte sich ein Elektronikproblem ein, das für einen Ausfall von Tacho und Kühlsystem der Hinterachse sorgte. Trotz Fehlersuche der Mechaniker bei den Boxenstopps fanden sie die Ursache nicht. Während der Tachoausfall keine Probleme bereitete, sorgte die ständig steigende Temperatur am Hinterachsgetriebe für Schweißperlen auf der Stirn von Fahrern und Mechanikern. Doch die solide Technik das BMW 318is hielt auch diesen Belastungen stand, und selbst nach 24 Stunden Rennbetrieb zeigte das Hinterachsgetriebe keine Schwäche.

Ebenfalls keine Schwäche zeigte das gesamte Team Matthes und Derscheid. Während die Fahrer konstant ihre Runden drehten, bereiteten sich die Mechaniker auf anstehende Boxenstopps vor und erledigten diese in gewohnt routinierter Manier. Tanken, Reifen wechseln, Flüssigkeitsstände kontrollieren, Scheiben, Scheinwerfer und Spiegel reinigen und alle Bauteile einer Sichtprüfung unterziehen – schnell, ohne Hektik und reibungslos fertigen sie den BMW bei jedem Halt nach rund zwei Rennstunden ab.

Schreck in der Dunkelheit

Offenbar weiteten sich die Elektronikprobleme schleichend aus und befielen auch die Tankuhr. Angezeigt bekam Rolf Derscheid eine Kraftstoffrestmenge von 25 Prozent, die tatsächlich jedoch längst unterschritten war. Mit stotterndem Motor rollte der blaue BMW im Bereich „Klostertal /Steilstrecke“ aus und sofort wusste der erfahrene Pilot, dass nur Kraftstoffmangel die Ursache für den Stillstand sein konnte. Dem unermüdlichen Einsatz der Streckensicherung in diesem Bereich sowie der zahlreichen Fans war es letztendlich zu verdanken, dass die unfreiwillige Pause auf ein Minimum beschränkt wurde. Derscheid erreichte die Box, war jedoch auf Platz zwei der Klasse zurück gefallen, was aber keine Hektik verbreiten sollte. Denn immerhin galt es noch mehr als 18 Stunden im Renntempo zu absolvieren, ehe die schwarz-weiß karierte Flagge das Rennen am Sonntag beenden sollte.

Während bei vielen Fahrern die rabenschwarze Eifel-Nacht für langsame Rundenzeiten sorgte, schien sie die Piloten von Matthes & Derscheid anzuspornen: Mit gleichen Rundenzeiten wie am helllichten Tag machten sie Boden auf die Spitze gut. Besonders Mick Jestädt schien die Nacht zu beflügeln: Pro Runde holte er bis zu 50 Sekunden auf den Führenden der Klasse auf. Zum Überholen kam es nicht – der planmäßige Boxenstopp verhinderte das Manöver. In den weiteren Nachtstunden gelang es Michael Flehmer, Platz eins wieder zu erobern, zu halten und zu festigen.

In festgelegter Reihenfolge drehten die vier Piloten ihre Runden, die aufgrund defensiver und besonnener Fahrweise recht ereignislos verliefen. Ausgenommen für Werner Schlehecker, den Dekra - Ingenieur, der zum Urgestein der Langstrecken-Szene auf der Nordschleife zählt: Für ihn näherte sich mit jeder absolvierten Runde das Ende seines letzten 24h-Rennen. Und so überließen seine drei Fahrerkollegen ihm die Ehre, den BMW von Matthes Motorsport nach exakt 24 Stunden über die Ziellinie zu fahren.

 

Das Team Matthes & Derscheid drehte in 24 Stunden 125 Runden und legte damit 3172,25 Kilometer im Renntempo zurück. Der dritte Klassensieg in Folge setzt ein deutliches Zeichen für das Team: Siegeswille, Perfektion, Geist und Harmonie zeichnen das „kleine“ Privatteam aus.

Übrigens: Während des gesamten Rennens – vom ersten freien Training am Donnerstag bis zum Zieleinlauf am Sonntag – wurde Matthes & Derscheid von einem Kamerateam des Fernsehsenders „Sport 1“ begleitet. Die Sendung wird am 26. Mai um 20:15 ausgestrahlt und vergleicht ein Werksteam mit dem Matthes & Derscheid - Privatteam.

Text und Fotos: Redaktionsbüro Meuren / Uwe Meuren

 

Stimmen zum Rennen

Peter Matthes, Teamchef
„Wir haben ein von Un- und Ausfällen geprägtes Rennen schadlos überstanden – eine tolle Leistung der Fahrer, die letztendlich auch für den Hattrick sorgte. Gleichwohl gebührt der Sieg dem gesamten Team. Denn ein 24h-Rennen wird sowohl auf der Strecke als auch in der Box oder der Küche gewonnen. Mein Dank gilt den freiwilligen Helfern, die schon vor dem Rennen großartig gearbeitet haben. Der dritte Sieg in Folge gibt Ansporn für 2011: gemeinsam mit Derscheid auf einem größeren Auto ist ein ernstzunehmender Plan.“

Rolf Derscheid, Fahrer, Teamchef
„Zunächst gilt mein Dank den Streckenposten und Fans im Streckenabschnitt Klostertal / Steilstrecke, die mir mit Kraftstoff ausgeholfen haben. Danke Jungs – ihr habt wenigstens ein Bier bei mir gut!

Das Rennen lief außergewöhnlich harmonisch ab: Große und kleine Autos nahmen Rücksicht aufeinander und keiner versuchte mit Gewalt seine Linie zu verteidigen. Derart ruhig und defensiv habe ich lange kein 24h-Rennen mehr erlebt. Unser Auto war klasse vorbereitet und lief, abgesehen von kleineren Problemen, sauber durch. Ein schönes Rennen liegt hinter uns – Danke an alle Helfer und Freunde!“

Werner Schlehecker, Fahrer
„Es war meine letzte Teilnahme am 24h-Rennen – als Fahrer. Zunächst danke ich der Dekra, die meinen Einsatz ermöglicht hat. Danke an Matthes Motorsport, die ein erstklassiges Auto bereitgestellt haben und gemeinsam mit den Mechanikern von Derscheid eine lupenreine Boxenarbeit leisteten. Meine ersten Runden waren geprägt von zahlreichen Unfallstellen, ich fand keinen Rhythmus, und so war ich mit meinen Rundenzeiten nicht so ganz zufrieden. Erst zur zweiten Rennhälfte wurden die Unfälle weniger und man konnte konzentriert fahren. Sehr emotional: Die letzte Runde, in der ich mich sogar vom Konkurrenten habe überholen lassen – unser Vorsprung war groß genug. Mit Gänsehaut und Tränen in den Augen habe ich das Ziel überquert.“

Michael „Mick“ Jestädt, Fahrer
„Ich habe die Nacht zum Tag gemacht und wirklich tolle Rennrunden in völliger Dunkelheit erlebt. Abgesehen von vielen Unfällen war es ein harmonisches Miteinander auf der Rennstrecke, das ich so noch nicht erlebt habe. Top-Teams sind mit sehr viel Um- und Rücksicht gefahren. Ich hatte nicht eine brenzlige Situation mit einem Fahrzeug der schnellen Klassen. Matthes Motorsport hat wieder einmal ein erstklassiges Rennauto bereit gestellt, das in allen Lagen super funktioniert hat. Gut funktioniert hat auch die Mannschaft: Mechaniker, Küche und Helfer haben tolle Arbeit geleistet. Nur so war der Sieg zu erringen.“

Michael Flehmer, Fahrer
„Es wurde sehr fair gefahren, die Posten haben sehr gut gearbeitet und es herrschte regelrechter Einklang auf der Strecke. Störend empfand ich, dass viele Fahrer in der Nacht ihr Licht nicht reduziert haben, selbst dann nicht, wenn man unmittelbar vor ihnen gefahren ist. Der BMW von Matthes Motorsport ist echt Klasse. Ich habe ihn nicht ausgequetscht, da es ein extrem langes Rennen war und es einen langen Atem brauchte, um das Ziel zu sehen. Dennoch kann man mit dem Auto jede Geschwindigkeit fahren und die Konkurrenz gefahrlos kontrollieren. Insgesamt ein tolles Rennen, bei dem letztendlich auch das Wetter mitgespielt hat. Danke an Matthes und Derscheid.“

 

24h-Rennen 2010 Bericht 1

"BMW gewinnt 24-Stunden-Rennen 2010 auf dem Nürburgring"

Team Derscheid/BMW Matthes macht das Triple und gewinnt erneut nach den Jahren 2008 und 2009 die Klasse V2

VON GÜNTHER WOLFF

Much/Nürburgring  -  Nach fünf Jahren Abwesenheit  gelang dem BMW-Werksteam ein triumphales Comeback. Bei einem turbulenten Rennen vor 220 000 Zuschauern siegten Pedro Lamy, Jörg Müller, Uwe Alzen und Augusto Farfus auf  BMW M3 GT2. Platz zwei, mit nur 3:54 Minuten Abstand ging an das Privatteam Farnbacher Racing welches zum ersten Mal einen Ferrari einsetzte und sensationell aufs Siegerpodest fuhr. Platz drei ging an den Audi R8 LMS des Phoenix Racing Team.

Das diesjährige 24-Stunden-Rennen war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Nach insgesamt 12 Führungswechseln, bedingt durch Unfälle und technische Defekte fielen die Erstplatzierten immer wieder aus- oder zurück. Selbst das am Ende siegreiche Fahrzeug der Bajuwaren mit der Startnummer 25 blieb von technischen Problemen nicht verschont und musste sich, mit Getriebeproblemen den Sieg erzittern. „Wir haben einen Gang nach dem Anderen verloren“, so die Aussage von BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen. Nachdem die Fahrzeuge des in den letzten Jahren siegreichen Porsche-Manthey-Teams durch Unfälle nach und nach ausfielen, blieb zunächst nur der eingesetzte Porsche GT3-R mit Hybrid-Antrieb im Rennen und konnte sich lange Zeit an der Spitze behaupten. Doch auch dieses Fahrzeug musste der längsten und härtesten Rennstrecke der Welt Tribut zollen und fiel 1,5 Stunden bevor es die Zielflagge erreichte mit Motorproblemen aus.

Dass auch die kleinen Privatteams siegen können beweist das Team Derscheid/BMW Matthes. Nachdem in den Jahren 2008 und 2009 schon der Sieg der Klasse V2 gelang, erzielte man in diesem Jahr mit einem perfekt von BMW Matthes vorbereiten Fahrzeug und der fehlerfreien Fahrtweise der Piloten Rolf Derscheid, Michael Flehmer, Michael Jestädt und Werner Schlehecker den dritten

  Klassensieg in Folge auf BMW 318iS. Lag man nach dem Zeittraining noch knapp geschlagen auf dem zweiten Startplatz, so konnte man schon kurz nach dem Start die Führung übernehmen und immer weiter ausbauen. Das Fahrzeug kam nur zu planmäßigen Boxenstopps um Fahrer und Reifen zu wechseln und neuen Sprit an Bord zu nehmen. Dann schlugen gegen 23.00 Uhr die Wogen hoch. Der blaue BMW mit der Startnummer 205 stand auf der Strecke im „Klostertal“ und konnte über den Bordfunk nicht erreicht werden. Die Meldungen überhäuften sich und die Telefone glühten. „Das Fahrzeug ist in die Leitplanken eingeschlagen“, oder „Das Fahrzeug hat einen technischen Defekt“, so die schlechten Botschaften. Bevor man das Fahrzeug erreichen konnte, Mitglieder des Team machten sich auf den Weg zur angeblichen Unfallstelle, stand das Fahrzeug plötzlich an der Box. Weder ein technischer Defekt, noch ein Unfall war der Grund für die Zwangspause. Die Tankuhr zeigte den falschen Stand an und das Fahrzeug blieb ganz einfach durch Spritmangel liegen. Aber was wäre das 24-Stunden-Rennen ohne seine immer hilfsbereiten Fans an der Nordschleife. Schnell war ein Kanister mit Sprit zur Stelle und die Fahrt konnte weitergehen. „Vielen Dank noch einmal an den Spender, bei den Benzinpreisen“, so Fahrer Rolf Derscheid. Durch diesen Zwangsstopp verlor das Team Derscheid den herausgefahrenen Vorsprung und nahm mit 3 Minuten Rückstand die Verfolgung wieder auf. Schon nach kurzer Zeit war man  wieder an den Führenden der Klasse herangefahren, welcher dann aber mit Motorschaden ausfiel.

Eine weitere Schrecksekunde war noch zu überstehen als plötzlich ein Teil eines verunfallten Fahrzeuges auf der Fahrbahn lag und der BMW nicht mehr ausweichen konnte. Die Front des Fahrzeuges wurde leicht beschädigt, jedoch durch großes Glück, waren weder Kühler noch Ölkühler davon betroffen. An der Box wurden die kleinen Blessuren mit Tape repariert  und die letzten Stunden wurden wieder in Angriff genommen. „Ich habe das Fahrzeug über die Strecke getragen, bin jedem Zweikampf aus dem Weg gegangen“, so die Worte von Werner Schlehecker, der Pilot der letzten Stunde. Als das Fahrzeug um 15.00 Uhr die Ziellinie zum letzten Mal überfuhr, betrug der Vorsprung auf den Klassenzweiten zwei Runden.

 

Am Ende wurde die hervorragende Arbeit des ganzen Teams, von Fahrern, Mechanikern, Zeitnahme und nicht zu vergessen der „Verpflegungscrew“ welche  die ganze Zeit für das leibliche Wohl des Teams sorgte mit dem dritten Sieg in Folge belohnt.

 

24h-Vorschau 2010 Teil 2

"Im Blickpunkt der Medien"

Der Fernsehsender Sport 1 – ehemals DSF – berichtet 20 Stunden live vom diesjährigen internationalen ADAC-Zurich 24h-Rennen. Doch das reicht dem Sportsender noch nicht: Nach dem Rennen zweimal rund um die Uhr befasst sich die Sendung „Turbo“ noch einmal mit dem Megaevent in der Eifel und zwar auf die ganz besondere Art. Im Fokus steht der direkte Vergleich zwischen Werks- und Privatteams. Peter Matthes, der gemeinsam mit Rolf Derscheid das 24h-Rennteam Derscheid & Matthes Motorsport leitet: „Der Fernsehsender hat uns telefonisch das Konzept, den Aufwand und den Sinn erläutert und gefragt, ob wir mit einer entsprechenden Berichterstattung einverstanden seien. Unsere Zustimmung erfolgte direkt, schließlich hat man als kleines, privates Rennteam nicht alle Tage die Möglichkeit, ins Fernsehen zu kommen.“

Um authentisch die Geschehnisse rund um das Team Derscheid & Matthes Motorsport verfolgen zu können, stattet Sport 1 den von Matthes Motorsport vorbereiteten BMW 318is Coupé mit mehreren Kameras aus. Gleichzeitig wird das Treiben der Teammitglieder während und zwischen den Boxenstopps von einem Kamerateam begleitet. „Man wird jeden unserer Handgriffe filmen und unsere Teammitglieder sind die Hauptdarsteller in einem sicherlich interessanten  Fernsehbeitrag. Wir freuen uns, dass die Wahl von Sport 1 auf uns gefallen ist, was für alle noch mehr Ansporn ist, den dritten 24h-Rennen-Klassensieg in Folge einzufahren“, so beide Teamchefs im Einklang.

Über die Ausstrahlungstermine informieren wir rechtzeitig.

Text: Redaktionsbüro Uwe Meuren

24h-Vorschau 2010 Teil 1

"Aus zwei mach eins – und drei gewollt!"

Würzburg: Team Derscheid Motorsport (Much) und Matthes Motorsport (Meiningen-Dreißigacker) treten in der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring gegeneinander an, liefern sich harte aber stets faire Kämpfe und jagen sich gegenseitig die Punkte der Meisterschaft ab. Einmal im Jahr machen beide Teams gemeinsame Sache – beim größten und härtesten Langstreckenrennen der Welt, beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring.

Die Katastrophe hätte fast nicht größer sein können: Im dritten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft, exakt drei Wochen vorm Start des 24h-Rennens, verunfallte der BMW 318is Coupé von Team Matthes Motorsport. Somit stand das Team Matthes vor der Herausforderung, das 24h Einsatzauto in einigen Nachtschichten startbereit für das 24h Rennen vorzubereiten. Das professionelle Team von Matthes Motorsport meisterte diese Aufgabe sehr gut, so dass der Renner top vorbereitet auf seinen 24h Einsatz wartet. Fahrzeug und Fahrer fit – versichern beide Teamchefs gut acht Tage vorm Start zum Klassiker in der Eifel, während die Vorbereitungen ihren Höhepunkt erreicht haben. Beide Teams werfen ihr bestes Material in den Topf, um den dritten Klassensieg in Folge einzufahren. Während Matthes Motorsport den Rennwagen stellt, ist das Team Derscheid mit der Organisation beauftragt, die Mechanikercrew stammt aus beiden Teams.

Auf die Frage, warum man den Langstreckenklassiker gemeinsam angehe, antworten die Teamchefs Rolf Derscheid und Peter Matthes: „Auf diese Weise senken wir nicht nur den finanziellen und materiellen Aufwand, sondern wissen gleichzeitig, was unsere Fahrer zu leisten im Stande sind. Überdies kennen sich Mechaniker und Boxencrew und ergänzen sich so, wie wir letztes Jahr beweisen konnten, hervorragend.“ 

   

Nordschleife als zweites Zuhause

Die Fahrerpaarung des Team Derscheid & Matthes könnte nicht besser sein: Man kennt sich aus den Kämpfen der Langstreckenmeisterschaft, weiß um Stärken und Schwächen der einzelnen Piloten und kann so auf jede Begebenheit personell reagieren. Rolf Derscheid (Much), Michael Flehmer (Overath), Werner Schlehecker (Rösrath) und Michael „Mick“ Jestädt (Fulda) teilen sich im Zweistundenrhythmus das Cockpit des BMW während der gesamten Renndistanz. Seit Jahren gehen die Vier regelmäßig an den Start in der VLN, kennen den Nürburgring und die Nordschleife wie ihre Westentasche, wenn nicht sogar besser.

In diesem Jahr wird der Kampf um den Klassensieg jedoch deutlich härter als noch in den vergangenen Jahren. Beide Teamchefs wissen, dass: „die Werksmannschaften sofort den Kampf um die Spitze einläuten. Das heißt, wir werden sehr umsichtig fahren. Unsere Fahrer müssen noch mehr mit Rückspiegel arbeiten, als es die vergangenen Jahre erforderlich war. Gleichzeitig ist unsere Startklasse V2 diesmal deutlich voller und alle haben nur ein Ziel: Auf Platz eins nach 24 Stunden über die Ziellinie zu fahren.“

Zwar ist für viele die Bewältigung der Distanz schon als Erfolg zu werten, für echte Rennfahrer jedoch zählt nur der Sieg. „Und den wollen wir zum dritten Mal in Folge unbedingt erreichen“, lassen Peter Matthes und Rolf Derscheid verheißungsvoll wissen. 

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 3

"Zur alten Leistung zurück gefunden"

Nürburgring/Würzburg: Die Ursache des Leistungsmankos beim BMW 318is des Team Derscheid waren kurz vorm dritten Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) gefunden. Mit frischem Elan ging das Team Rund um Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid an den Start. Der Jubel über den Klassensieg ging jedoch in der Trauer um einen getöteten Fahrer unter.

Während die fahrerische Leistung bei den ersten beiden Rennen zur VLN tadellos war, kämpfte der sonst zuverlässige BMW des Team Derscheid mit Leistungsverlust. Nach reichlich Überstunden und Nachtschichten in der heimischen Werkstatt wurde der Fehler gefunden und behoben. Ein Test auf dem Leistungsprüfstand brachte Gewissheit: Der BMW-Motor lieferte wieder volle Leistung, das Team konnte mit geschärften Waffen angreifen.

Bei Sonnenschein und ungewohnt milden Morgentemperaturen ging Michael Flehmer (Heiligenhaus) zuerst auf die Jagd nach einer guten Zeit. Seine Runde war zwar gut, aber weit weg vom perfekten Umlauf. So musste Teamchef Rolf Derscheid (Much) in den Kampf, um die beste Startposition zu ergreifen, die er wenigstens kurzfristig dem Team sichern konnte. In letzter Sekunde konterte der Wettbewerb und verbannte das Team Derscheid mit einem Vorsprung von 7/100 Sekunden auf Rang zwei der Klasse V2. Während sich die Fahrer auf der Strecke schon im Training einen sehenswerten Schlagabtausch lieferten, schickte Teamchef Derscheid einen Mechaniker als Unterstützung zur Konkurrenz: Denn das Schweizer Team Stefan Abegg/ Benedikt Frei musste mit Kupplungsproblemen das Training vorzeitig beenden und hatte nicht genügend Mechaniker, um die Reparatur pünktlich zum Rennbeginn abgeschlossen zu haben.

Traditionell saß Michael Flehmer zuerst im Auto: Die „heiße“ Startphase sowie die beiden ersten Rennstunden hatte er zu absolvieren. Auf Platz zwei liegend folgte er dem Führenden der Klasse wie ein Schatten, beide schenkten sich nichts und so wechselte die Führung in der Klasse ständig. Als erste Überrundungen anstanden und die ersten „großen“ Fahrzeuge von hinten auf die Klasse V2 aufliefen, begann Flehmer mehr auf Sicherheit zu fahren. Ohne Brechstange und somit ohne die Gefahr eines Unfalls blieb er auf Rang zwei liegend dem Führenden auf den Fersen. In Runde sechs machte der Konkurrent einen entscheidenden Fehler, rutschte von der Strecke und Flehmer konnte ihn gefahrlos überholen. Während der Wettbewerber sich waidwund zur Box schleppte, sorgte Flehmer auf Platz eins liegend für stetig wachsenden Vorsprung. Nach zwei Stunden Renndauer war der Einsatz für Flehmer beendet. Auf Platz eins liegend, mit reichlich Abstand zum Verfolgerfeld übergab er den BMW an seinen Teamchef und Fahrerkollegen Rolf Derscheid.

 

Rennabbruch nach Unfall mit Todesfolge

Derscheid fuhr nur noch so schnell, um den Abstand zu den Verfolgern zu kontrollieren. Ohne Risiko drehte er seine Runden, fuhr schneller, wenn der Abstand schmolz und langsamer, wenn er groß genug war. Doch der erfahrene Nordschleifenpilot konnte 1,5 Stunden des Rennens genießen: In seiner 8. Runde brach die Rennleitung das Rennen ab. Ursache war ein schwerer Unfall im Bereich Bergwerk, bei dem ein Fahrer noch an der Unfallstelle verstarb. Zunächst war der Jubel über Platz eins im Team Derscheid groß, bis das ganze Ausmaß des tragischen Unfalls wie ein Lauffeuer im Fahrerlager die Runde machte. Augenblicklich rückten Sieg und Pokal beim Team Derscheid in den Hintergrund, fortan waren alle Gedanken beim getöteten Fahrer und dessen Angehörigen.

Der vierte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 12. Juni 2010 statt, die Renndistanz beträgt ebenfalls vier Stunden.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren
 

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Wir sind wieder voll da, unser Auto hat seine Leistung wieder, wir haben gezeigt, dass wir nach wie vor siegen können. Im Freitagstraining spielte der 2. Gang nicht richtig mit, so dass wir am Freitagabend noch das Getriebe gewechselt haben, was sich als gut herausstellte. Denn im Rennen hätten wir keine Möglichkeit gehabt es zu wechseln, falls die Probleme schlimmer geworden wären. Der Sieg hat natürlich einen bitteren Beigeschmack, schließlich haben wir einen Fahrerkollegen verloren. Wir trauern mit der Familie des Fahrers und sprechen unser tiefstes Mitgefühl aus.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Der Kampf um die Spitze war extrem hart. Zwar konnte ich am Führenden dran bleiben, nicht jedoch, ohne sehr hohes Risiko zu gehen. Daher habe ich mich auf dem zweiten Platz gehalten, was sich am Ende ausgezahlt hat. Das Auto war wieder fit und von Derscheid Motorsport erstklassig vorbereitet. Mein Beileid zum Tod des Fahrerkollegen. In solchen Momenten bekommt man unsanft vor Augen geführt, wie gefährlich unser Sport in Wirklichkeit ist, was zu schnell vergessen wird.“

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 2

"Platz eins mit Ersatzwagen"

Nürburgring/Würzburg: Schon beim ersten Rennen der neuen Saison zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) kämpfte das Team Derscheid aus Much mit den Tücken der Technik, ohne dem Fehler Herr zu werden. Nur zwei Tage vorm Rennen entschied sich Teamchef Rolf Derscheid, mit dem Ersatzauto an den Start zu gehen.

Nach Lauf 1 hatte das Team Derscheid, insbesondere Teamchef und Mechaniker alle Hände voll zu tun: Zwar gab es keinen Unfallschaden zu beheben, dafür galt es aber, einem unerklärlichen Leistungsverlust auf die Schliche zu kommen. Bis zwei Tage vor Rennbeginn hatte das Team unzählige Diagnosen erledigt, zahllose Teile getauscht und Unmengen Kilometer auf dem Leistungsprüfstand zurückgelegt, ohne jedoch dem Defektteufel auch nur in die Nähe gekommen zu sein. Also wurde in einer echten Hauruck-Aktion das zweite Auto mit Funk und Sitz des eigentlichen Einsatzwagens aufgerüstet und zum Nürburgring gebracht. Das Team widmete sich während des freien Freitagstrainings einzig und allein der Abstimmung des Ersatzrenners. Rolf Derscheid und Michael Flehmer (Overath) spulten Runde um Runde ab, um das gewünschte Fahrverhalten zu erreichen. Mit einem, in Anbetracht der knappen, zur Verfügung stehenden Zeit, einigermaßen funktionierenden Auto gab man sich Freitagabend zufrieden und blickte mit reichlich Spannung in Richtung Training und Rennen am folgenden Samstag.

 

Harter Kampf, bis Konkurrenz strauchelt

Wie schon während des Trainings zum ersten Rennen der Meisterschaft, galt der Kampf von Flehmer und Derscheid auch diesmal nicht nur den direkten Konkurrenten der Klasse V2, sondern auch vielen Neulingen auf der Nordschleife und der Rennserie. Immer wieder wurden die Routiniers, die auf einem der leistungsschwächsten Fahrzeuge im Feld unterwegs waren, von Newcomern auf PS-starken Wagen ausgebremst. Dieser Umstand, in Kombination mit einer nicht ganz perfekten Fahrwerksabstimmung bescherte Team Derscheid nach 1,5 Stunden Zeittraining den zweiten Platz der Klasse V2. Es war der Teamchef selbst, der in 10:22 Minuten die beste Runde abspulte. Ganz zufrieden waren beide Fahrer nicht, denn mit fünf Sekunden lagen sprichwörtliche Welten zwischen Startplatz eins und zwei. Dennoch ging das Team mit einer gehörigen Portion Optimismus an den Start, denn immerhin stand man nach dem Training gut 20 Sekunden vor dem dritten Startplatz in aussichtsreicher Position.

Michael Flehmer ging zuerst in das vier Stunden dauernde Rennen und entdeckte direkt hinter der Startlinie eine Lücke im Feld, in die er hineinfahren konnte – damit verwies er den Trainingsschnellsten auf Platz 2. Leider hielt die Freude doch nur kurz, denn zügig hatte der Trainingsschnellste die alte Rangordnung wieder hergestellt und legte in großen Schritten einen gehörigen Abstand zwischen sich und den BMW 318is des Teams Derscheid. Durch eine technische Unterlegenheit schaffte Flehmer es nicht, Anschluss zu halten und musste den Führenden kampflos ziehen lassen. Den zweiten Platz konnte er jedoch problemlos nach hinten absichern. In Runde zwölf wurde Startfahrer Michael Flehmer zeitgleich mit dem Führenden der Klasse V2 in die Box zum Fahrerwechsel beordert. Während beim Team Derscheid der Boxenstopp fehlerfrei über die Bühne ging, versagte beim Führenden die Tankanlage und Rolf Derscheid ging mit einem hauchdünnen Vorsprung zuerst in die zweite Rennhälfte. Was dann folgte, kann kein Krimiautor spannender schreiben: Derscheid konnte immer wieder einige Meter davon fahren, wurde aber spätestens auf den Geraden vom direkten Konkurrenten wieder eingefangen. So kämpften beide Runde um Runde verbissen, hart aber fair, bis Derscheids ärgster Widersacher mit einem technischen Defekt seine Segel streichen musste. Rolf Derscheid drehte damit ab Runde 17 einsam seine Runden an der Spitze des Feldes, um den ersten Platz sicher über die Ziellinie zu bringen.

Lauf drei zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 24. April 2010 statt, die Renndistanz beträgt ebenfalls vier Stunden.

Text: Redaktionsbüro Meuren                                                                                Foto: Klaus Janda
 

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Kein Mensch hat nach dem Desaster am Donnerstag und Freitag an einen ersten Platz geglaubt. Ohne die glückliche Fügung beim Boxenstop hätten wir aus eigener Kraft Rang eins nicht erreicht – der Ausfall des Konkurrenten hat uns in die Karten gespielt. Die technische Überlegenheit des Wettbewerbes war auch mit fahrerischem Engagement nicht wett zu machen. Überdies sind beide Fahrer  der Konkurrenz sehr gut gefahren. Wir versuchen erneut, den Fehler beim Einsatz-Auto bis zum nächsten Rennen zu finden. Wenn es uns nicht gelingt, starten wir wieder im Ersatzwagen. Der Klasse V2 bleiben wir vorläufig auf jeden Fall treu. Wir wollen erstmal das 24h Rennen fahren. Danach werden wir überlegen und entscheiden, wie und in welcher Klasse es weitergeht.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Nur einmal konnte ich dem Wettbewerber Paroli bieten: als ich direkt nach dem Start in die Lücke stach. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Der weitere Verlauf des Rennens war eher ruhig, ich konnte Platz zwei problemlos halten. Auch wenn wir jetzt mit dem Ersatzauto gepunktet haben, freue ich mich, wenn unsere Mechaniker den Fehler am ursprünglichen Auto finden und wir wieder auf Augenhöhe ernsthaft mit unseren Konkurrenten um Punkte kämpfen können.“

 

VLN Langstreckenmeisterschaft 2010, Lauf 1

"Vizemeister hadert mit Technik"

Nürburgring/Würzburg: Eine fulminante Saison 2009 in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) liegt hinter dem aus Much stammenden Team Derscheid. Entsprechend hoch war zum Saisonstart am vergangenen Wochenende die Erwartungshaltung von Fahrern, Teammitgliedern und Fans. Am Ende wurde das Rennen des Team Derscheid von technischen Problemen bestimmt und nur mit größter Mühe konnte am Ende Platz zwei eingefahren werden.

Schon das Training stand unter keinem guten Stern für das Team Derscheid: Stammfahrer Michael Flehmer (Overath) stieg nach eigener Ansicht zum völlig falschen Zeitpunkt ins Training ein und verpasste damit die Chance auf eine freie Runde mit guter Zeit. Angekündigter Regen setze ein als Flehmer auf Regenreifen in Richtung Boxenausfahrt fuhr – Fahrer, die zu dieser Zeit schon auf der Piste waren, mussten mit profillosen Rennreifen zurecht kommen und mutierten dadurch zu unfreiwilligen Bremsklötzen. Nach nur einer Runde über Grand Prix-Kurs und Nordschleife kehrte Flehmer in die Box zurück und übergab den BMW 318is an seinen Fahrerkollegen und Teamchef Rolf Derscheid (Much), der die Kohlen aus dem Feuer holen sollte. Indes ließ der Regen nach, die Ideallinie trocknete ab und Derscheid konnte eine nahezu perfekte Runde drehen, die dem Team kurzzeitig den ersten Startplatz sicherte. Erst wenige Minuten vor Trainingsende konterte der Wettbewerb und verbannte das Fahrerduo Derscheid-Flehmer auf den zweiten Startplatz. Zwischen Training und Rennen entbrannte eine heftige Fehlersuche, denn beide Fahrer bemängelten ein massives Manko an Motorleistung, wodurch sich beide für das Rennen im Hintertreffen sahen. 

 

 

Kämpfen bis zur völligen Erschöpfung

Traditionsgemäß übernahm Flehmer den Start und die ersten beiden Rennstunden des 4h-Rennens. Schon nach Überqueren der Start-Ziel-Linie setzte sich der Führende der Klasse deutlich ab und konnte Runde für Runde seinen Vorsprung ausbauen. Ein Reifenschaden zwang den auf der Führungsposition liegenden Konkurrenten an die Box. Dabei wurde er von Flehmer überholt, der sich dann auch einen aussichtsreichen Vorsprung erarbeiten konnte. Die Freude über die Führung war nicht von langer Dauer: Flehmer kämpfte wie besessen aber mit stumpfen Waffen, denn der Motor gab nach wie vor nicht seine gesamte Leistung preis. Noch bevor Michael Flehmer die Box ansteuerte, um den Fahrerwechsel zu vollziehen, lag das Team Derscheid erneut auf Rang zwei der Klasse V2.

Schnell und routiniert erledigten die Mechaniker den Boxenstopp, kontrollierten die Flüssigkeitsstände und tankten den BMW randvoll. Währenddessen nahm Teamchef Rolf Derscheid hinterm Volant Platz und erhielt letzte Tipps von Flehmer über Streckenbeschaffen- und Besonderheiten. Für Derscheid begann ein hartes Stück Arbeit, Runde für Runde kämpfte er sich trotzt mangelnder Motorleistung an den Führenden der Klasse heran. Die harte Gangart gepaart mit mangelnder Motorleistung steigerte den Kraftstoffverbrauch deutlich und so musste Derscheid, der mittlerweile an der Stoßstange des Führenden klebte, noch vor Rennende einen kurzen Tankstopp einlegen. Somit war die Chance vertan, den Führenden in den letzten verbleibenden Runden zu bezwingen. Das Team Derscheid musste sich beim Saisonauftakt mit dem zweiten Platz zufrieden geben, der in Anbetracht der Rahmenbedingungen intern wie ein Sieg gewertet wurde.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Im Training hatte ich unwahrscheinliches Glück eine freie Runde zu erwischen und somit Startplatz zwei zu sichern. Schon im Training gab es viele Unfälle und noch mehr Nordschleifen-Neulinge, die ohne Streckenkenntnisse für viel Unruhe im Feld sorgten. Im Rennen musste ich wirklich alles geben, um Boden gut zu machen. Insbesondere die mangelnde Motorleistung, noch mehr Unfälle und die immer noch zahlreichen Neulinge machten es schwer, einen Fahrfluss zu finden. Platz zwei geht daher voll in Ordnung und wir freuen uns darüber sehr, bei den Rahmenbedingungen hätten wir auch deutlich weiter hinten landen können. Wir setzen alles dran, den Fehler bis zum zweiten Lauf gefunden zu haben, um wieder ernsthaft kämpfen zu können.“


Michael Flehmer, Fahrer:
„Nach meiner Trainingsrunde war ich froh aus dem Auto steigen zu können, denn nichts ging zusammen: Unfälle, gelbe Phasen und Neulinge haben meine Trainingsambitionen zerstört. Bis auf die fehlende Motorleistung war das Auto perfekt vorbereitet. Fahrwerk, Reifen, Bremsen, Getriebe – alles erstklassig. Im Rennen machte sich das Leistungsmanko hauptsächlich in den schnellen Passagen bemerkbar, dort, wo Höchstgeschwindigkeit gefragt war. Die Streckensituation verschlimmerte sich im Rennen von Runde zu Runde und viele Unfälle taten ihr Übriges, um den Fahrfluss zu stören.“